Langquaid; Auf Einladung der Langquaider SPD fand im Gasthof Huberbräu eine Info-Veranstaltung zum Thema Krisenvorsorge statt. Die Ortsvorsitzende Kirsten Reiter machte in ihrer Begrüßung und Einleitung kein Hehl daraus, wie sehr sie das Thema seit geraumer Zeit beschäftige und wie sich durch die Ereignisse in Berlin die Aktualität für Jede und Jeden eindringlich zeige
Wenn man die zahlreichen Interessierten nach der Veranstaltung zur Krisenvorsorge gefragt hat, dann war die Meinung über die Ausführungen von THW-Ortsbeauftragten Markus Hofer eindeutig: „humorvoll, aber eindringlich“, so konnte man den Vortrag und die Beantwortung vieler Fragen zusammenfassen.
Der seit seiner Jugend mit dem THW verbundene Kelheimer, Markus Hofer bezeichnete sein ehrenamtliches Engagement für dieses Thema schlicht als „Einsatz-Vorbereitung“. Denn jedes Haus oder jede Wohnung, die Vorsorge trifft für 5-7 Tage, müsse das THW im Notfall nicht sofort anfahren und versorgen.
Natürlich waren die Zuhörer und Zuhörerinnen interessiert an konkreten Tipps. So wurde gefragt, was und wieviel ein Haushalt bevorraten soll. Hier gab es praxistaugliche und konkrete Vorschläge: der Wasser-Vorrat eines Haushalts soll mindestens zwei Liter pro Person und Tag umfassen. Vorräte wie Essen sollten nach dem Geschmack der Leute angelegt werden, denn auch in der Krise werde man die eigenen Vorlieben nicht ändern. Eine gute Vorratshaltung sei sinnvoll, so Hofer. Lebensmittel, die man verbraucht, sollten wieder nachgefüllt werden.
Vor allem aber beschäftigte die Zuhörenden das Thema Stromausfall und seine Folgen. So wurde nachgefragt, ob die Anschaffung eines Notstrom-Aggregates sinnvoll sei. Als praktischer empfahl Hofer z.B. die Anschaffung von Powerbanks und Powerstations. Aus der Erfahrung beim THW konnte er berichten, dass alle technischen Hilfsmittel regelmäßig im Betrieb getestet werden sollten. Ein Notstrom-Aggregat, das 10 Jahre in der Garage steht, könnte im Notfall schlicht nicht anspringen.
Man müsse sich klarmachen, dass bei einem Stromausfall auch keine Heizung und kein Warmwasser funktioniert. Warme Decken, Schlafsäcke und eine alternative Kochmöglichkeit zuhause zu haben, sei sinnvoll. Ausreichend Medikamente zuhause zu haben, sei auch sinnvoll. Und sich bewusst zu machen, dass es keinen Handy-Empfang gibt. Ein Kurbel-Radio für den Empfang von Nachrichten könne ebenso nützlich sein wie batteriebetriebene Lampen.
Markus Hofer appellierte, dass nach der Eigenfürsorge auch die Sorge um pflegebedürftige oder behinderte Menschen oder ältere Nachbarn wichtig sei.
Vorsorgekonzepte gebe es in jeder Kommune. Die Menschen in Deutschland seien in der glücklichen Lage, dass es für Krisenfälle Vorbereitung gibt. So würden im Krisenfall in den Gemeinden sogenannte „Leuchttürme“ als Anlaufstellen eingerichtet. Und auch für den Aufenthalt wäre durch Notunterkünfte Sorge getragen.
Dass ein Krisenfall für die Menschen eine Herausforderung sei, das stehe außer Frage, so Hofer. Jede und jede werde dann aus seiner Komfortzone geholt. Und manch einer könnte an seine Grenzen kommen.
Die Empfehlung von Markus Hofer zur Vorbereitung auf Krisen ließ sich einfach formulieren: „mal ganz in Ruhe nachdenken, was ich im Notfall wirklich brauche“ – nach dem Motto „warm, trocken, satt“ und dann danach handeln und vorsorgen.
Das THW ist eine Zivilschutz-Organisation mit 98 % ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen, erklärte Herr Hofer. Es arbeite in enger Abstimmung mit den Feuerwehren zusammen. Die Anforderung für den Spannungs- und Verteidigungsfall ist Sache des Bundes. Aktuell werde das THW bei Unfällen und Naturkatastrophen gerufen. Nachwuchsprobleme gibt es beim THW in Kelheim nicht – im Gegenteil. Für die Kinder- und Jugendgruppen gibt es Wartelisten.
Mit einem kleinen Präsent bedankte sich die Langquaider SPD bei Markus Hofer für sein Kommen und seine engagierte Art im Austausch mit den Teilnehmenden.