Warum kann Mango Kinder retten?

Veröffentlicht am 12.07.2021 in Ortsverein

Langquaid; Dies und vieles mehr konnten die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller und die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Langquaid erfahren, als sie das Fair-Handelszentrum in Langquaid besuchten.

Die Mitarbeiterin des FHZ Petra Friedrich brachte den Besucher*innen die Vielfalt der Produkte näher und zeigt anhand einiger Beispiele auf, wie der faire Handel sich entwickelt hat. Die Geschichte der Mango-Produkte im FHZ begann vor 25 Jahren mit der Erfahrung eines Paters auf den Philippinen. Dieser irische Geistliche war konfrontiert mit massiver Armut in den Familien seiner Wirkungsstätte. Aus der Not heraus wurden auch Kinder zur Prostitution gezwungen. Für den Pater war klar, es brauchte ein lang-wirkendes Konzept, um die Familien zu unterstützen. So entstand die Idee, den Menschen Mangobäume in ihre kleinen Gärten zu pflanzen.

Die Früchte der Bäume werden verarbeitet und im Fairen Handel vertrieben. Als Trockenfrüchte oder Smoothie, Mangomus oder Schoko-Früchte gibt es diese Köstlichkeiten in Langquaid zu kaufen. Der Ertrag eines Baumes sichert seither das Schulgeld für zwei Kinder. Auch der Regensburger Getränkehersteller Nagler macht mit bei der Mango-Hilfe. Eine Mischsaft aus heimischen Streuobst-Äpfeln und exotischer Mango hat, mit Bio-Qualität und fair gehandelt, einen hohen Mehrwert.

Geschichte des Frauenbund-Kaffees

Auch hinter zahlreichen anderen Produkten im Sortiment steckt eine Geschichte von Solidarität und direkter Hilfe. So berichtete die neue Leiterin des FHZ, Frau Magdalena Mühldorfer von der Geschichte des Frauenbund-Kaffees: Ein Besuch auf einer Frauen-geführten Kaffeeplantage in Honduras inspirierte die Regensburger Gruppe vom Frauenbund zum fairen Handel mit dieser Kooperative. Der Frauenbund-Kaffee ist heute das meist-gekaufte Produkt im FHZ in Langquaid.

Ehrenamt tragende Säule des fairen Handels

„Solidarität in der einen Welt“, abgekürzt „Sidew“, das ist das Motto und der Name des Fair-Handelsvereins der 2013 nach Langquaid umzog. Bereits seit 35 Jahren existiert dieser Trägerverein. Gegründet und aufgebaut durch das Engagement kirchlicher Jugendarbeit entstanden Eine-Welt-Läden und schließlich auch das Fair-Handelszentrum. Mit Partner-Organisationen wie GEPA, el Puente und Weltpartner bietet der Verein ein Vollsortiment aus Lebensmitteln, Geschenken, Papierprodukten, Körben, Taschen und vielem mehr an.

Nur wenige fest angestellte Mitarbeiter*innen hat der Verein, die meisten Aktiven sind Ehrenamtliche. Das FHZ versorgt über Abholung und Versand 15 Eine-Welt-Läden in einem weiten Kreis um Regensburg.

Oft machen wenige Cent den Unterschied im Preis der Waren aus, die man mehr zahlen muss für ein fair gehandeltes Produkt, so Mühldorfer. Jede*r Kaufende kann also die Entscheidung treffen und die Welt ein bisschen besser machen, mit einem fair gehandelten Produkt.

Foto:

  1. von links nach rechts: Petra Friedrich, Magdalena Mühldorfer (beide Sidew), Ruth Müller (MdL), Kirsten Reiter, Robert Mehrl (SPD-Ortsverein Langquaid) vor dem Stand mit Mango-Produkten von den Philippinen

Foto: Alexandra Huber

 

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